September 16 – October 13  2026

BLENDZEIT

Herlinde Koelbl

Bilder entfalten Wirklichkeiten.
Der Mensch im Visier.
Wer bestimmt, was wir sehen?

Ein Ziel. Einschüsse. Risse. Löcher.

Herlinde Koelbls zerschossene Zielscheiben eröffnen BLENDZEIT – und setzen sofort eine Frage in den Raum: Wohin richtet sich unser Blick?

Von dort beginnt eine Bewegung. Ein Messer vor einem Körper. Rote Plastikschalen. Eine Geisha. Ein Gesicht. Eine Landschaft. Dinge, die zunächst eindeutig erscheinen und sich im nächsten Moment verwandeln.

Koelbl fotografiert nicht einfach, was vor ihr liegt. Sie entscheidet, worauf wir schauen.

Und plötzlich geht es nicht mehr nur um das fotografierte Motiv. Es geht um unseren Blick.

Was sehen wir?
Was übersehen wir?
Was erkennen wir erst, wenn wir länger hinschauen?

BLENDZEIT folgt diesem Blick durch unterschiedliche Werkgruppen und Jahrzehnte, ohne daraus eine Retrospektive zu machen. Bekannte Arbeiten treffen auf weniger bekannte und bislang kaum gezeigte Bilder. Menschen begegnen Dingen, Körpern, Landschaften und Spuren.

Dabei entsteht etwas Eigenes: ein Raum zwischen Bild und Wirklichkeit, zwischen dem, was vor unseren Augen liegt, und dem, was wir darin erkennen.

Was geschieht zwischen dem Bild und dem, was wir in ihm erkennen?

Diese Frage lässt sich bei Koelbl nicht allein am Bildschirm beantworten.

BLENDZEIT muss man vor den Bildern sehen.