BLIND FIELD

Ein blinder Fleck ist kein Mangel an Sichtbarkeit. Er entsteht dort, wo zu viel Übereinstimmung herrscht – wo das, was wir sehen, sich nahtlos mit dem deckt, was wir erwarten.

Die Arbeiten von Tom Früchtl, Young Ju Ha und Tornike Abulaze operieren genau in diesem Feld. Sie verschieben die Grenze zwischen Objekt und Abbild, zwischen Raum und Leerstelle, ohne sie aufzulösen.

Bei Früchtl ist alles sichtbar – und gerade deshalb schwer zu erkennen. Malerei folgt dem Objekt so exakt, dass sie im ersten Moment verschwindet. Sichtbarkeit wird zur Form von Tarnung.

Young Ju Ha arbeitet vom Entzug her. Ihre Räume entstehen nicht durch Setzung, sondern durch das, was fehlt. Leere erscheint hier nicht als Abwesenheit, sondern als präzise bestimmte Form.

Die Glasarbeiten von Abulaze halten diese beiden Pole in Suspension. Transparent und körperlich zugleich markieren sie einen Zwischenraum, der weder eindeutig sichtbar noch vollständig entzogen ist.

Die Ausstellung versammelt keine Täuschungen im klassischen Sinne. Sie zeigt eine andere Form der Evidenz: Dinge, die sich offen darbieten und gerade darin übersehen werden.

Im blind field ist nichts verborgen.
Und genau deshalb bleibt es unsichtbar.

PINGRODACHcontemporary versteht Kunst als Resonanzraum.

Zwischen präziser Beobachtung und poetischer Verdichtung zeigt die Galerie Positionen, die sich dem schnellen Blick entziehen – Arbeiten, die nachhallen, weil sie das Denken, Fühlen und Sehen gleichermaßen fordern.

Mit einem Fokus auf deutsch-chinesischen Dialog, malerische Qualität und reflektierte Gegenwart versteht sich PINGRODACH als Ort der Konzentration – und der Begegnung.